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Schauspiel Köln, Schauspielhaus Bochum, Theater im Pumpenhaus, Münster

Ein Haus voller Kinder – ein freudiger, aber eher seltener Anblick, der umso erfreulicher ist, wenn es sich bei dem Haus um ein Theater handelt. Mindestens die Hälfte aller Plätze des ausverkauften Theatersaals werden von Kindern unter 10 Jahren besetzt. Doch die Aufführung lockt auch älteres Publikum. Es raschelt, das Gemurmel vor der Vorstellung ist deutlich lauter als gewöhnlich, und in den Gängen des Grillo Theaters wird Fangen gespielt: Kindertheater im großen Haus am Schauspiel Essen. Gegeben wird „Die kleine Hexe“ nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Ottfried Preußler. Die in 24 Sprachen übersetzte und auf unzähligen Bühnen gespielte Geschichte von Hexentanz und Zauberei, sprechenden Raben und zu bestehenden Prüfungen erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Preußlers Werk gehört zu den im Kinder- und Jugendtheater am häufigsten inszenierten. So wird „Die kleine Hexe“ in dieser Spielsaison auch noch vom jungen Theater Bonn (Regie: Andreas Lachnit) und dem Theater Basel (Regie: Sebastian Nübling) aufgeführt. Im Grillo Theater ist es Henner Kallmeyer nun auf jeden Fall gelungen, die Erzählung effektreich umzusetzen, Kinder für das Theater zu begeistern und auch die erwachsenen Zuschauer prächtig zu unterhalten.
Funkelnde Augen sind auf den roten Vorhang gerichtet, als das Spiel endlich beginnt. Es begrüßt das junge Publikum niemand geringeres als Abraxas, der Rabe der kleinen Hexe. Mit gelungener musikalischer Untermalung, überraschenden Kostümen, Tanz, Gesang und Flügen über der Bühne wird die Geschichte von der mit ihren 127 Jahren noch jungen kleinen Hexe erzählt. Getrieben von dem Wunsch endlich während der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg mittanzen zu dürfen, besteht die kleine Hexe allerlei Abenteuer. Sie handelt stets in guter Absicht, auch wenn ihr hin und wieder Fehler unterlaufen. So setzt sie ihre Hexenkunst gegen den schlecht gesinnten Förster ein, unterhält die Kinder, die sich im Wald verlaufen haben, mit ihrem Können und verteidigt sie gegen den schneemannzerstörenden garstigen Sepp, stellt sich der verräterischen Muhme Rumpumpel und tritt schließlich zur großen Hexenprüfung vor den Rat auf dem Blocksberg... Auf diesem Weg lernt sie, ihre Kunst zunehmend besser anzuwenden. Daraus resultieren in der ideenreichen und amüsanten Aufführung zahlreiche lustige Momente. Etliche kleine Possen wie das herbeigehexte Frühstück, das in einer McDonalds-Tüte vom Himmel kommt, der auf seiner Ladentheke Gitarre spielende alte Herr Pfefferkorn, die brillenteilenden Holzweiber und die Tischtennisbälle spuckenden Kinder in dem Haus der kleinen Hexe verleihen der Inszenierung einen bezaubernden Charme, der Jung und Alt gleichermaßen betört.